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Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen. Markus 13, 31 Ev. Philippusgemeinde Köln Raderthal Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen. Markus 13, 31
 

Predigt am  24.02.2008  über Matthäus 25, 40
Wo finde ich Gott am Mittwoch?   
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Ihr Lieben,

Also: Wo finde ich Gott am Mittwoch? Mitten im Alltag?

Danke an Manfred Ostrowski und Wiebke Maas, die uns sehr persönlich Ihre Erfahrungen erzählt haben.

Das ist ja erst mal eine steile These: Man kann Gott – den Schöpfer – einfach so finden.

Geht das tatsächlich? Kann ich das auch - Gott finden?

Mit dieser Frage kam einmal ein reicher Mann zu einem berühmten Rabbi.

Als er den Rabbi gefunden hatte, sagte er ihm dies:

„Rabbi, Ich biete Dir 10 Taler, wenn du mir zeigst, wo Gott wohnt!“

Und die Antwort des Rabbi:

„Und ich biete Dir 100 Taler, wenn Du mir zeigst, wo er nicht wohnt!“

Kann es so einfach sein? Dass Gott überall zu finden ist.

Am Sonntag im Gottesdienst? Beim Spazierengehen im Wald?

In der Stille einer Kathedrale – wenn sonst niemand da ist.

Und beim konzentrierten Lesen der Bibel?

Natürlich kommt es nicht auf den Mittwoch an – er steht für den Alltag, den Nicht – Sonntag.

Wo finden wir Gott da? Mitten drin im Leben?

Als ich Mittwoch abends im Bibelkreis gefragt habe, wo wir Gott heute, an diesem Tag erlebt haben, da kamen höchst unterschiedliche Antworten:

Einer hatte gerade erlebt: sein Gebet ist auf wunderbare Weise erhört worden. –

So hat er Gott an diesem Mittwoch gefunden.

Ein Anderer überlegte kurz – und stellte fest: „Er wird wohl bei mir gewesen sein – aber mein Tag war so stressig, dass ich kaum Zeit hatte, an Gott überhaupt zu denken.“

Jemand anders fiel ein Satz aus der Bibel ein: „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage!“- das hat Jesus doch versprochen. Also: darauf verlasse ich mich – und gut ist es.

Wo finden wir Gott am Mittwoch?

Wir können auf Zeugen hören: Das haben wir eben schon getan.

Es tut gut, das zu hören.

Es kann ermutigen und uns auf die Idee bringen, hier und da mal die Augen aufzumachen.

Aber genauso gut kann es uns auch niederschlagen und klein machen:

„Wenn ich nicht so was erlebe, dann bin ich wohl nicht gut genug.“

Und schon wären gut gemeinte Lebenszeugnisse das Gegenteil von ermutigenden Hilfestellungen zum Glauben. Sie würden den Graben aufreißen zwischen den Glaubenden und denen, die mehr Zweifel als Gewissheiten kennen.

Außerdem sind Zeugenbeweise auch sehr subjektiv. Was einer als die Gottesentdeckung erlebt und beschreibt, dasselbe kann der Nächste als einen freundlichen Zufall verstehen.

Oder gar als das Produkt einer überzogenen frommen Phantasie.

Wer will das schon so genau wissen?

Was also dann?

In der Bibel finden wir einige sehr konkrete und klare Sätze zur Sache:

Jesus sagt seinen Jüngern zum Abschied zu: Siehe, ich bin bei Euch alle Tage, bis an der Welt Ende. Also auch am Mittwoch. Also nicht nur für eine Stunde am Sonntag.

Das Versprechen steht: Gott ist bei uns – an jedem Tag.

Auch die Psalmen sind voll von der Gewissheit der bleibenden Gegenwart Gottes:

„Von allen Seiten umgibst Du mich, Herr und hältst Deine Hand über mir.“

„Rufe mich an in der Not, so will ich Dich erretten.“

„Du bist für mich Zuflucht  und Burg, mein Gott, dem ich vertraue.“

So könnten wir fortfahren. Gott hat seine Gegenwart zugesagt.

Nur: wie wird die praktisch, erfahrbar?

Erst einmal bietet Jesus seinen Jüngern an, sich zusammenzutun:

„Wo immer zwei oder drei zusammen sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“

Also, da, wo man sich vereint mit Anderen im Gebet – da findet man Gott.

Das ist ein erster Schritt:

die Nähe Gottes suchen und mit Ihm reden! Allein oder mit Anderen.

Wer sucht, der findet auch! hat Jesus uns Gottsuchern fest versprochen.

Umgekehrt heißt das auch:

Wer es nicht der Mühe wert findet, Gott zu suchen, der wird auch kaum etwas finden.

Zweiter Schritt: Sich schlau  machen über Gott. Andere fragen: Wie ist das bei Dir?

Wie bist Du Gott begegnet? Was ist da passiert? Was hat es mit Dir gemacht?

Und lesen. Ja, lesen. Die Bibel oder Bücher von Menschen, die was zu sagen haben.

Es steht eine Menge über Gott drin in der Bibel. Und das Wenigste hat mit Tempel und Gottesdienst zu tun. Gott will im Alltag erfahren werden. Er will, dass wir im ganzen Leben seine Gegenwart ernst nehmen.

Sich schlau machen – das bedeutet: Informationen über Gott sammeln. Sammeln und gut anschauen. Deshalb haben wir heute einen doppelten Büchertisch aufgebaut – nicht nur den mit gebrauchten Büchern. Sondern auch neue Bücher, speziell zum heutigen Thema.

Dritter Schritt: Vom Wissen zum Tun kommen.

Eine Frau erzählte mir vor einigen Tagen:

Mittwochs? Da gehe ich immer ins Krankenhaus, um Besuche zu machen.

Sie tut das im Auftrag unserer Gemeinde. Und in den Begegnungen an den Krankenbetten macht sie hier und da sehr konkrete Erfahrungen mit Gott! Nicht immer, aber hin und wieder.

Bei mir stand vor vier Tagen – am Mittwoch! - ein Mann an der Tür, den ich schon eine Weile kenne.

Er ist allein erziehender Vater zweier Kinder, wohnt ganz in der Nähe und hat sich so eben aus dem Obdachlosenmilieu herausgerettet. Kaum, dass er mit seinem Leben klar kommt.

Meistens reicht das Wenige, was er bekommt, vorn und hinten nicht.

Da stand er nun – und bat mich mal wieder um Hilfe.

Jesus hat einmal eine Geschichte erzählt, die in der Zukunft spielte.

Keine Science fiction story, aber so was ähnliches.

Jesus beschreibt eine Szene im Himmel:

Er selber sitzt im himmlischen Thronsaal auf dem Richterstuhl.

Vor ihn werden Menschen gebracht.

Einige begrüßt er freudig, während Andere traurig weggeschickt werden.

Diese kriegen gesagt:

Ihr habt mich krank gesehen – und habt mich nicht besucht, arm und nackt, und habt mir nicht geholfen noch mir Kleidung gegeben.

Und sie gehen traurig und beschämt davon – weg aus der Nähe Gottes.

Den Anderen sagt Jesus:

Ihr habt mich besucht, als ich krank war. Ihr habt geholfen, als ich arm und nackt war.

Spannend ist: beide Gruppen fragen den Richter:

Herr,  wann war das? Wir können uns gar nicht erinnern!

Beide haben es nicht gemerkt, dass sie mitten in ihrem Alltag Jesus begegnet sind.

Die Antwort des Richters lautet:

„Alles, was ihr diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Matth,25,40

In der Person des Armen, des Hungernden und Frierenden begegnet Dir Gott.

Wo finden wir Gott am Mittwoch? Eine Antwort lautet sicher:

Dort - bei den Menschen, die unsere Hilfe brauchen, da finden wir Gott.

Du musst nicht das ganze Evangelium verstanden haben, bevor es sich auf Dein Leben auswirkt.

Schon das Wenige, das Du verstanden hast, drängt ins Leben, in die Wirklichkeit.

Dann wird aus Kopfwissen eine Herzensgewissheit.

Und der vierte Schritt – ist eigentlich kein Schritt, aber ein Tip:

Höre auf die Musik.

Über die Musik hat Martin Luther einmal gesagt:

„Sie ist die beste Gottesgabe. Durch die Musik werden viele und große Anfechtungen verjagt. Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen, auch wenn er nur ein wenig zu singen vermag. Die Musik ist eine Lehrmeisterin, die die Leute gelinder, sanftmütiger und vernünftiger macht.“

Luther meinte damit die selber gemachte Musik. Singen, Instrumente – alles, was geht.

Heute hören die meisten Menschen ja eher zu.  

Ulrike Lörch tut beides. Sie singt nicht nur von Herzen gern in der Combo, sie macht beim Hören von Musik auch geistliche Erfahrungen.

Von einer dieser Erfahrungen will sie uns erzählen.

 Björn Heymer